Crowdfunding für weitere Lastenräder

Acht Monate nach Start des Hilde-Lastenradverleihs ist die Auslastung der Räder nach wie vor so hoch, dass es an der Zeit ist, das Projekt auszuweiten: Mit je einem Lastenrad für die Nordstadt, Stadtmitte und Moritzberg. Und dabei ist Deine Hilfe gefragt! Du hast selber schon mal eines der Lastenräder genutzt und hattest gefallen daran? Du möchtest etwas für den Klimaschutz tun, was hier bei uns vor Ort praktisch genutzt werden kann und Menschen inspiriert bzw. ermöglicht, sich klimafreundlich zu verhalten – und dabei Spaß zu haben? Du wohnst selber in Moritzberg, Stadtmitte oder in der Nordstadt und fändest es prima, wenn auch bei Dir in der Nähe ein kostenfrei nutzbares Lastenrad steht? Dann freuen wir uns über eine kleine oder etwas größere Spende! Jeder Euro trägt zur Realisierung des Vorhabens bei!

Lastenräder gewartet

Den Herbst-Check haben Irmhilde, Mathilde, Brunhilde, Clothilde und Hildegard nun hinter sich und fahren sich nach der Wartung wieder wie neu! Jetzt bringt es noch mehr Spaß mit den Rädern durch Hildesheim zu düsen.

Apropos Wartung: Checkt unbedingt, dass jetzt zu Beginn der dunklen Jahreszeit das Licht an eurem eigenen Fahrrad funktioniert. Das ist nicht nur eurer eigenen Unversehrtheit zuträglich, sondern auch für die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer*innen wichtig.

Bühnenleuchten

Am 26.06.2019 fand die Veranstaltung „Bühnenleuchten“ statt, die von Greenpeace Hildesheim und dem AStA der Uni Hildesheim ausgerichtet wurde. Mit anderen Worten: 5 Referent*innen hatten je 18 Minuten Zeit, den Zuschauer*innen konkrete Ideen zu präsentieren, wie sie ihren Alltag und die Welt nachhaltiger gestalten können.
Einen Tag vor der Veranstaltung bekam ich einen Anruf. Eine Referentin sei erkrankt, ob ich nicht einspringen könne. Klar! Also saß ich am 26.06. vormittags an einem bilderbuchschönen Sommertag im Garten hinter dem Haus und habe ratz fatz eine Präsentation ausgetüftelt. Das Ergebnis könnt ihr nun auch nachträglich sehen, denn Piet Hanning hat das ganze per Video eingefangen.

Schokofahrt #6

Am 1.10. war es so weit: Um stilvoll ein paar meiner Überstunden abzubummeln und an einer tollen Aktion teilzuhaben, bin ich mit meinem privaten Lastenrad Viola ins Abenteuer Schokofahrt gestartet! So kamen zehn Tage später 15 kg emissionsfrei transportierte bio-faire Schokolade nach Hildesheim, denn: der Kakaotransport fand per Frachtsegler „Tres Hombres“ statt, die Schokoproduktion erfolgte in Amsterdam bei den „Chocolatemakers” mit Solarstrom und die „letzte Meile“ von knapp 1000 km (Hin- und Rückweg) wurde dann mit der Schokofahrt per Lastenrad mit reiner Muskelkraft bewältigt. Die Schokolade kann im Bioladen „die Knolle“ erworben werden – zumindest solange der Vorrat reicht.

Geburtsstadt der Schokofahrt ist Münster. Hier hatten an Ostern vor zwei Jahren vier Freund*innen die Idee, diese besondere Schokolade per Lastenrad aus Amsterdam abzuholen, damit die Transportkette emissionsfrei bleibt. Eine Idee, die das Herz der Lastenradszene sofort erobert hat. Es entwickelte sich rasch ein halbjährlicher Schokofahrttakt – eine Tour findet um Ostern, eine um den 3. Oktober herum statt. Schließlich müssen die Temperaturen schokoladentransportgerecht und die Umstände günstig dafür sein, dass viele Menschen ein paar Tage frei haben bzw. sich gut frei nehmen können. Was also im Frühjahr 2017 mit vier Menschen begann, die 60 kg Schokolade transportiert haben entwicklete sich bis Oktober 2019 zu einer Bewegung, bei der nun schon 200 Menschen mit (Lasten)Fahrrädern in Amsterdam bei den „Chocolate Makers“ 2,5 Tonnen Schokolade abgeholt haben. Es gibt Gruppen, die fahren bis München und Wien!

Je mehr Menschen gemeinsam radeln, desto mehr Spaß bringt die Aktion und desto vielfältiger sind die Gesprächspartner*innen. Deswegen habe ich mich entschlossen, erst nach Münster zu radeln und mich dort der 22-köpfigen Schokofahrer*innen-Gruppe anzuschließen, die hier startete.
Wer neugierig auf Miniberichte und Bilder zu den Tagesetappen ist, den/die muss ich leider auf ein entsprechendes Fotoalbum bei Facebook verweisen: https://www.facebook.com/pg/HildeLastenradverleih/photos/?tab=album&album_id=74599703586268

Die Schokofahrt hat mir richtig, richtig viel Spaß gebracht und so steht bereits fest: Im April 2020 bin ich wieder mit von der Partie! Wenn Du Lust hast, bei der Schokofahrt mit zu fahren – das ist auch bei einzelnen Etappen möglich – dann melde Dich gerne bei mir! Oh, und außerdem bin ich nun so Feuer und Flamme, dass ich überlege, welche biofairen Güter (gerne auch aus der Region) noch per Lastenrad transportiert werden könnten. Du hast Ideen dafür? Toll, dann melde Dich bitte!

(Liebes)Briefe nach Detmold und Münster!

Am 1.10. breche ich mit meinem Lastenrad nach Amsterdam auf – es geht auf Schokofahrt! Auf der Hinfahrt habe ich noch keine Fracht an Bord. Da ist also Platz für Briefe und Postkarten! Du hast eine Oma oder ein Patenkind in Detmold? Einen Freund oder Eltern in Münster? Dann nutze die Chance ihm*ihr auf originelle Weise einen handgeschriebenen Gruß zukommen zu lassen. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Ein Brief ist eines der schönsten Geschenke, die man bekommen kann – also mach mit und beschenke einen lieben Menschen auf diese Weise!

Wie das Ganze funktioniert:
1. Die adressierte, aber unfrankierte Post kannst Du bis zum 30.09. um 18 Uhr im Bioladen „die Knolle” abgeben oder bis 20 Uhr im Briefkasten der ADFC-Geschäftsstelle (Am Ratsbauhof 1c) einwerfen.

2. Am 1.10. treffe ich in Detmold ein und gebe die Post bei „Stückweise – unverpackt Detmold“ ab, am 2.10. erreiche ich Münster, wo „natürlich unverpackt“ die Briefe & Postkarten in Empfang nimmt. Vielen Dank an beide Unverpackt-Läden, dass sie bei der Aktion mitmachen und Schokofahrt-(Liebes)Brief-Postlager werden.

3. Du informierst den Menschen, dem Du Post mit auf den Weg gegeben hast. Ab dem 2.10. können die Briefe aus der Detmold-Lieferung bei „Stückweise – unverpackt Detmold“ und ab dem 4.10. bei „natürlich unverpackt” in Münster abgeholt werden. Damit der Brief wirklich in die richtigen Hände gelangt, sollte die Empfänger*in bitte ihren Ausweis mitbringen.

Falls ich im Rausch des Lastenrad Fahrens bin, liefere ich die Briefe womöglich sogar direkt selber aus.

Lastenrad-Lieferservice am 14.09.

Am 14.09.2019 bietet der kostenfrei nutzbare Hilde Lastenradverleih des ADFC-Hildesheim e.V. für Kundschaft des Neustädter Markts an, die Markteinkäufe kostenfrei per Lastenrad nach Hause zu liefern.

Was passiert: Am kommenden Samstag wird es im Zeitraum von 9-13 Uhr einen kostenfrei nutzbaren Lastenrad-Lieferservice geben, den Kundinnen und Kunden des Neustädter Wochenmarkts in Anspruch nehmen dürfen, sofern sie im Radius von 1,5 km zum Wochenmarkt wohnen.

Schräg gegenüber des Marktstandes von Bauer Stolze wird es eine Annahmestelle der Einkäufe geben, wo notiert wird, an welche Adresse die Einkäufe geliefert werden sollen, wer sie entgegen nehmen wird und wann das zeitlich möglich ist. Hier wird natürlich auch auf die Einkäufe aufgepasst, bis sie nach und nach zugestellt werden.

Warum das Ganze: Die Idee für den Lastenrad-Lieferservice wurde in Zusammenarbeit mit der Initiative Neustadt entwickelt. Durch dieses Angebot soll der Wochenmarkt noch ein Stückchen weiter belebt werden. Unserer Überlegung nach könnte der Service u.a. für ältere Menschen nützlich sein, die schwere Einkaufskörbe nicht mehr gut tragen können. Aber auch ansonsten lockt der Service vielleicht Menschen auf den Markt, die hier nicht üblicher Weise einkaufen. Natürlich ist mit der Aktion auch beabsichtigt, für klimafreundlichen Lastentransport mit Lastenrädern zu begeistern.

Eine farbenprächtige Lieferung vom 14.09.2019

Parks statt Parkplätze!

Seit 2005 wird am dritten Freitag im September der “Park(ing) Day” begangen, dieses Jahr ist das der 20.09.2019. Dann verwandeln Stadtbewohner*innen die Parkplätze für einen Tag mit Kübelpflanzen und Liegestühlen in kleine Parks. Die grünen Inseln laden zum Verweilen und Begegnen ein und geben ein Gespür dafür, wie viel wir an Lebensqualität gewinnen könnten, wenn in unseren Städten mehr Platz für Menschen gewidmet würde und nicht für herumstehende Autos. Eine Flächenumwidmung zu Gunsten von Menschen ist mehr als angemessen, denn die Fakten sehen so aus:

  • Im Durchschnitt wird ein Pkw pro Tag nur eine Stunde genutzt, 23 Stunden steht er nutzlos herum.1
  • In Folge dessen verbringen Autofahrer*innen in deutschen Großstädten 40 bis 70 Stunden jährlich mit der Suche nach einem freien Parkplatz, das entspricht fünf bis acht Urlaubstagen.2
  • Laut Bundesgesetz dürfen Bewohnerparkausweise in Deutschland nicht teurer als 30,70 € sein – pro Jahr. „Das sind weniger als ein Prozent der durchschnittlichen Kosten, die ein Haushalt pro Jahr für das eigene Auto aufwendet. Da sind die Kraftstoffkosten noch nicht einmal eingerechnet.“3
  • Die Kosten eines Parkplatzes decken die 30,70 € nicht. Die Bereitstellungskosten für einen bewirtschafteten Stellplatz am Straßenrand belaufen sich z.B. in Berlin auf circa 220 € pro Jahr.4

Und in der Zeit, in der der „ruhende Verkehr“, wie parkende Autos im Fachjargon genannt werden, ihre durchschnittlich 23 Stunden am Tag herumstehen, bleibt weniger Platz für

  • Menschen zum Flanieren, Begegnen, Bewegen, Sitzen, Plaudern, Verweilen.
  • Kinder zum Spielen. In Berlin z.B. gibt es 10 Mal so viel Fläche für Parkmöglichkeiten wie für Spielplätze.5
  • Radfahrer*innen, die auf separaten, breiten, asphaltierten Radwegen, sicherer und schneller vorankommen.
  • Senioren, die durch mehr Bänke und sicherere Fuß- und Radwege mehr am öffentlichen Leben Teil haben
  • Bäume und Pflanzen, die Hildesheim im Sommer vor Hitze schützen.6

Hast Du Lust, beim Park(ing) Day mitzumachen und eine Parkfläche für einen Tag gemeinsam mit anderen zu verwandeln? Dann komme am 12.8.2019 um 17:30 zum 1. Besprechungstreffen im Greenpeacebüro in der Wollenweberstraße 6 oder melde dich bei Tinka unter tinka.dittrich@adfc-hildesheim.de
Wir freuen uns um alle, die mit von der Partie sind!

Quellen:

1 https://www.vcd.org/themen/auto-umwelt/carsharing/

2 https://www.sueddeutsche.de/geld/parkplaetze-viel-in-bewegung-1.4152622

3 https://www.agora-verkehrswende.de/fileadmin/Projekte/2018/OEffentlicher_Raum_ist_mehr_wert/Agora-Verkehrswende_oeffentlicher-Raum_Factsheet_WEB.pdf

4 ebd.

5 ebd.

6 https://www.zeit.de/2019/14/baeume-sommer-kuehlung-evapotranspiration-stimmts

Hilde gut in Fahrt

Der Hilde-Lastenradverleih wird von den Hildesheimer*innen nicht nur sehr gut angenommen, hinzukommend hüpft Hilde gerade auch von einer Aktion zur nächsten:

Am Dienstag, den 25.6., bekam ich mittags einen Anruf mit der Frage, ob ich am 26.6. für eine erkrankte Referentin bei der Veranstaltung „Bühnenleuchten” einspringen möchte, die in Kooperation von Greenpeace Hildesheim und dem AStA der Uni Hildesheim im Audimax durchgeführt wurde. Es war eine rundum schöne Veranstaltung ich – Videos der fünf 18-minüten Impulsvorträge für nachhaltigeres Leben wird es demnächst online geben.

Morgen steht nun die Podiusmdiskussion beim Nx19-Festival an. Das „Nx19 – no excuses“ ist das Ergebnis des deutschlandweit einzigartigen Partizipationsprojekts “Was ihr wollt!” für Jugendliche und junge Erwachsene. Die Idee: Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 23 Jahren aus der Region Hildesheim können ein Festival unter ihren Bedingungen organisieren.
Mit anderen Worten: Das ist eine extrem coole Veranstaltung und ich freue mich sehr darüber, für die morgige Podiumsdiskussion zum Thema „Umwelt zukunftsfähig gestalten“ eingeladen worden zu sein!

Am kommenden Freitag, 05.7., folgt ab 15 Uhr die Eröffnung der Steingrube, wo ihr Hilde beim neuen Verkehrsgarten besuchen und Probe fahren könnt. Und am nahtlos anknüpfenden Wochenende finden die Hildesheimer Wallungen statt, zu denen Hilde ebenfalls eingeladen wurde – auch hier könnt ihr Probefahren und/oder Freund*innen zum Probe Fahren vorbei schicken.

Hilde freut sich auf alle Veranstaltungen und alle Menschen, die vorbei kommen!

Fridays for Future Fahrraddemo am 14.6. um 15 Uhr

Die nächste Demonstration von Fridays for Future steht vor der Tür – diesmal im neuen Format: Einer Fahrraddemo, mit der ein Zeichen für die Verkehrswende gesetzt wird. Die Route startet am Hauptbahnhof, wo sie auch enden wird.

Ich bin gar kein*e Schüler*in mehr – bin ich da trotzdem willkommen?

Ja! Menschen aller Generationen sind bei den fff-Demonstrationen herzlich willkommen. Am 23.4.2019 ist in der Süddeutschen Zeitung ein Gastartikel von Greta Thunberg, Luisa Neubauer und Aktivistinnen von “Fridays for Future” veröffentlich worden. Darin heißt es: „Wir haben das Gefühl, dass viele Erwachsene noch nicht ganz verstanden haben, dass wir jungen Leute die Klimakrise nicht alleine aufhalten können. (…) [D]as ist keine Aufgabe für eine einzelne Generation. Das ist eine Aufgabe für die gesamte Menschheit. Wir jungen Leute können unseren Beitrag für einen größeren Kampf leisten, und das kann einen großen Unterschied machen. Aber das funktioniert nur, wenn unser Aufschlag als Aufruf verstanden wird.
(…) Es geht darum, Linien zu überschreiten – es geht darum zu rebellieren, wo immer man rebellieren kann. Es geht nicht darum zu sagen, “Yeah, was die Kids da tun, ist großartig, wäre ich noch jung, würde ich so was von mitmachen”. Das hilft uns nicht weiter, aber jeder kann und muss mithelfen.
1 Ein guter erster Schritt besteht darin, am 14.06.2019 bei der fff-Demo mitzufahren. Und am besten noch 2-3 Menschen mitzubringen. Du kannst Dich laut den Organisator*innen der Hildesheimer fff-Demonstrationen da in die Demo einreihen, wo es Dir gefällt.

Du willst Dich stärker bei/für Fridays for Future einbringen?
Eine Whatsapp-Gruppe für Schüler*innen und junge Erwachsene gibt es hier: https://chat.whatsapp.com/invite/DlE4PjXN93SKSa0VNm1M4Q
Eine Whatsapp-Gruppe von Parents for Future gibt es hier (und man muss nicht Kinder haben, um hier mitmischen zu dürfen): https://chat.whatsapp.com/BKW33VqyNWe3PjlKmtbNRD

Verkehrswende – was ist das eigentlich genau?

Folgen der aktuellen Verkehrspolitik sind Lärm, schlechte Luft, Staus, Unfälle mit Verletzten und Getöteten, Enge in den Städten, schlechte Bus- und Bahnanbindung auf dem Land. Die Städte werden so sehr von Autos dominiert, dass viele Eltern sich nicht mehr trauen, ihre Kinder allein auf die Straße zu lassen. Und auch viele Erwachsenen ist mulmig bei dem Gedanken daran, mit dem Rad oder zu Fuß in der Stadt unterwegs zu sein. „[D]er Pkw-Verkehr [hat] zwischen 1995 und 2017 um knapp 18 % zugenommen.”2 Und das führt leider auch zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen.

Es könnte aber alles auch ganz anders aussehen: Lebenswerte Städte mit gesunder Luft, deren Infrastruktur dazu einlädt, Wege zu Fuß, mit dem Rad oder per ÖPNV zurück zu legen. Der Begriff Verkehrswende bezeichnet den Prozess, Verkehr und Mobilität so umzustrukturieren, dass die Nutzung der umweltfreundlichen Verkehrsträger (Fuß, Rad, ÖPNV) attraktiv und sicher gemacht wird. Dieser Prozess beinhaltet einen kulturellen Wandel und eine Umleitung von finanziellen Mitteln. Mit anderen Worten: „Weg vom Auto, hin zu mehr Fuß-, Rad-, Bus-, und Bahnverkehr, weg von fossilen Treibstoffen, hin zum CO2-freien Verkehr.”3 Dieser Prozess soll sozial gerecht gestaltet werden – trägt soziale Gerechtigkeit aber zum Teil auch schon per se in sich. Schließlich wohnen an Hauptverkehrsstraßen eher selten wohlhabende Leute, vor wessen Haustür aber viel Verkehr fließt, ist gesundheitlich viel stärker beeinträchtigt.

1https://www.sueddeutsche.de/kultur/greta-thunberg-fridays-for-future-streik-1.4459464

2https://www.umweltbundesamt.de/daten/verkehr/emissionen-des-verkehrs#textpart-2

3https://www.vcd.org/themen/vcd-kernforderungen-fuer-die-verkehrswende/

Deutscher Fahrradpreis für „Hilde & Geschwister“

Die Sprecherinnen des „Forum Freie Lastenräder”, Tinka Dittrich („Hilde Lastenrad“, Hildesheim) und Thomas Ostrowski („LastenradFürAlle”, Nürnberg), nehmen gemeinsam mit Vertreterinnen weiterer Initiativen den Preis entgegen. Bild: (C)Dirk Michael Deckbar.

Der Hilde Lastenradverleih gewinnt gemeinsam mit 84 weiteren Freien Lastenradinitiativen den 1. Platz in der Kategorie „Service“.

Gemeinsam für die Verkehrswende – das ist das Motto der „Freien Lastenräder“. Hildesheim beheimatet mit dem kostenfrei nutzbaren Hilde Lastenradverleih des ADFC-Hildesheim e.V. den derzeit jüngsten Freien Lastenradverleih Deutschlands. Die Idee der Freien Lastenräder startete 2013 mit dem von wielebenwir e.V. initiierten KASIMIR in Köln, dem ersten kostenfreien Lastenrad-Verleih-System. Mittlerweile hat sich das Konzept über die gesamte Bundesrepublik, teils auch schon nach Österreich und Ungarn ausgebreitet, der Zusammenschluss als „Forum Freie Lastenräder” hat das möglich gemacht.
Nun wurde das Projekt am 13.05.2019 auf dem Nationalen Radverkehrskongress in Dresden mit dem Deutschen Fahrradpreis, 1. Platz in der Kategorie „Service“ ausgezeichnet.

In der Begründung der Jury hieß es: „Mit 85 Initiativen, mehr als 180 Rädern und mehr als 10.000 Nutzenden ist es das größte und in der Öffentlichkeit gut sichtbare Fahrrad-Verleihsystem, das kostenfrei den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung steht. Die Reproduzierbarkeit ist einzigartig und zeichnet sich durch eine nachhaltige Sharing-Infrastruktur aus.“
Nach dem „Deutschen Lokalen Nachhaltigkeitspreis Zeitzeichen“ (2017) und dem „Deutschen Mobilitätspreis (2018)“ ist dies bereits die dritte Auszeichung für das Forum Freie Lastenräder.

Das „freie Lastenrad“ steht für die Idee der Gemeingüter und soll nachbarschaftliches Miteinander und gemeinsame Verantwortung fördern. Das Forum plädiert für ein Umdenken in der urbanen Mobilität, für Ressourcenschonung und Verkehrsberuhigung sowie für gemeinsame Nutzung statt individuellem Konsum.

Der Zusammenschluss „Forum Freie Lastenräder“ der Initiativen bietet alles, was zum Aufbau eines Projektes nötig ist: Nicht nur die Buchungssoftware „CommonsBooking“ ist OpenSource verfügbar, auch das Wissen wird im Handbuch für freie Lastenräder gemeinsam online gesammelt und so mit allen Interessierten geteilt. Bei der jährlichen Konferenz werden die Erfahrungen geteilt und gemeinsam Entscheidungen für weitere Projekte des Netzwerkes getroffen. 2020 findet die Konferenz in Hildesheim statt.

Hilde-Projektleiterin Tinka Dittrich sagt: „Das Forum Freie Lastenräder war für mich insbesondere in der Antragsstellungsphase sehr wichtig. Es war unfassbar hilfreich, auf das zusammengetragene Wissen zurückgreifen zu können und das Rad nicht vollkommen neu erfinden zu müssen. Außerdem war es natürlich gut zu wissen: Ein kostenfrei nutzbarer Lastenradverleih funktioniert und ist keine verrückte Spinnerei. Es ist sehr toll zu erleben, was möglich ist, wenn Menschen ihr Wissen miteinander teilen, einander unterstützen und so an den verschiedensten Orten ein Stück Utopie für eine bessere Welt Realität werden lassen. Ich freue mich sehr darüber, dass das Bundesverkehrsministerium dieses großteils ehrenamtliche Engagement für die Verkehrswende nun mit dem Deutschen Fahrradpreis honoriert hat.”

Alles zum „Freien Lastenrad“ mit einer Liste der Initiativen, Handbuch, Diskussionforum: www.dein-lastenrad.de